In Kiel-Altstadt: Nach dem  Abriss der Gebäuden zwischen der Schlossstraße und der Eggerstedtstraße, der Burgstraße und der Flämischen Straße begann der Erdbau, begleitet von Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein.
Dadurch wurden mittelalterliche und renaissancezeitliche Keller mit z. B. Kopfsteinpflaster und Findlingen freigelegt: so u. a. ein Keller des 15. Jahrhunderts und in der alten Fischerstraße die Kellerreste des Wohnhauses von Meyer Isaak Schiff (* 1. August 1783 oder 1784 in Altona (Holstein); † 9. Juli 1847 in Kiel), dem ersten jüdischen Juristen, der 1802 eine Zulassung in Holstein erhielt.

In the district Altstadt of Kiel: After the demolition of the buildings between Schlossstraße and Eggerstedtstraße, Burgstraße and Flämische Straße, began the earthworks accompanied by the Schleswig-Holstein State Archaeological Office.
As a result, medieval and renaissance cellars with e.g. Cobblestones and boulders exposed: for example a basement of the 15th century and in the old Fischerstraße the basement remains of the residential building of Meyer Isaak Schiff (born August 1, 1783 or 1784 in Altona (Holstein); died July 9, 1847 in Kiel), the first Jewish lawyer in 1802 received a permit in Holstein.

Meyer Isaac Schiff, ein Advokat in Kiel

Das alte Kiel

Gruben, Gruben, Gruben …

Weitere mittelalterliche Befunde treten in Kiel zutage

Die archäologischen Arbeiten im Schlossquartier gehen voran, so ist die mittelalterliche/frühneuzeitliche Bebauung in der Schlossstraße inzwischen abgetragen, darunter liegen jedoch weitere mittelalterliche Befunde.

Hierbei handelt es sich um mehrere Gruben, die sich teilweise überschneiden. Bereits in den darüberliegenden Kellern haben sich die Gruben angedeutet, waren doch einige Mauern und Fußböden abgesackt. Die meisten Gruben hatten keinen längeren Bestand, sie wurden zur Materialentnahme angelegt, man brauchte etwas Sand und den holte man sich auf dem eigenen Grundstück. Danach wurden die Gruben wieder rasch verfüllt, dabei gelangten auch zahlreiche Funde in den Boden.

Auffällig ist, dass in diesen Gruben über 800 kg Schmiedeschlacke lag. Die Schmiedeschlacke fällt beim Herstellen von Roheisen, aber auch beim Schmieden von eisernen Gegenständen an. Sie sammelt sich meist im unteren Bereich einer Esse und besteht aus Verunreinigungen des Eisens und kleineren Eisenresten. Dies zeigt, dass in unmittelbarer Nähe wohl eine Eisenverarbeitung bestand. Dazu passt, dass die Schlossstraße im Mittelalter eine Zeitlang als Schmiedestraße bezeichnet wurde. Einen weiteren Einblick in das ansässige Handwerk liefern zahlreiche abgesägte Gelenke von Rinderfußknochen. Hier arbeitete wohl ein Kammmacher oder Knochenschnitzer. Bei der Herstellung von sog. Steilkämmen waren die Gelenkenden der Fußknochen nicht zu gebrauchen und wurden kurzerhand abgesägt. In der Werkstatt wurden auch Ziegenhörner weiterverarbeitet. Auch hier wurden die nicht benötigten Teile abgesägt.

Durch Keramikfunde können wir diese Tätigkeiten in das ausgehende 13. und 14. Jahrhundert datieren, dabei trat auch Importkeramik aus dem französischen Rouen zutage.

In den nächsten Tagen wird eine Kulturschicht des 13. und 14. Jahrhunderts ergraben, bereits beim Freilegen dieser Schicht wurden mehrere Metallfunde geborgen, darunter drei sog. Fürspane; Gewandschließen des ausgehenden 13. Jahrhunderts und vermutlich Reste zweier Pilgerzeichen. Ein bronzener Schreibgriffel gehörte zu einem Wachstafelbuch, das im Mittelalter als Notizbuch Verwendung fand. In ein hölzernes Brett wurde eine flache Vertiefung eingefügt, in die dann schwarzgefärbtes Wachs gegossen wurde. Mehrere Bretter wurden zu einem „Buch“ gebunden. Mit dem spitzen Ende des Griffels wurde geschrieben, das andere Ende diente zum Glätten des Wachses und damit dem „Ausradieren“ des Geschriebenen. …

Quelle: ALSH Landesportal Schleswig-Holstein: Ausgrabungen am Schlossquartier in Kiel (via Wayback Machine)

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Ausgrabung auf der Baustelle Schlossquartier

Archäologische Arbeiten auf der Baustelle Schlossquartier in Kiel-Altstadt / Archaeological excavation at the construction site Castle quartier in the district Altstadt in Kiel

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