Gut oder nicht Gut(shof)?

Stift war anfangs nur eine Koppel, die Stüffkoppel. aus der sich der Ortsname ableitete. Die Bedeutung des Begriffes Stüff ist unsicher:
Im Niederdeutschen war stüff in der Bedeutung stumpf, ohne Spitze, verstümmelt, kurz oder knapp verbreitet (Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1932), Bd. X,IV (1942), Sp. 291, Z. 39; siehe dort auch andere mögliche Bedeutungen). Vielleicht wurden Bäume auf der Koppel gestüft im Sinne von gestutztet Bäume ausgelichtet.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg baute man den Meierhof des Bauerndorfes Holtenau nicht wieder auf, sondern errichtete ein Meierhof auf die „Stüffkoppel“ in der heutigen Stifter Gegend.
Im Jahre 1685 hieß der Meierhof in den Urkunden “neuer Meierhof bei Holtenau”, der Name “Stift“ wurde urkundlich erwähnt im Jahre 1686. Der Meierhof Stift war ein Teil des adeligen Gutes Seekamp.

Nachdem 1791 das Gut Seekamp in Parzellen unterteilt und verkauft wurde, blieb der Meierhof Stift bestehen.

Das Hof wurde Stammhof des bisherigen Gutsbesitzers des Gutes Seekamp, Graf von Schack, und er erbaute das heute noch existierende Amts- und Wohnhaus am Ende der Stifter Allee in Altenholz-Stift.

Wohl nicht historisch belegt, aber volksmündlich wurde der Meierhof Stift zu einem adligen Gut Stift – vielleicht auch durch das über 100 Jahre später errichtete Herrenhaus.

In den Jahren 1905/06 verkaufte Graf Otto Dietrich Schack das „Gut Stift“ an den Bauunternehmer Klaus Friedrich Fahrenkrug, der 1907 das heute noch stehende Kuhhaus (jetzt ein Alten- und Pflegeheim) erbaute.

1915 erwarb der Großschlachter und Viehhändler  Richard Georg Danielsen das „Gut Stift“ von Fahrenkrug. Er ließ das Herrenhaus Stift 1919/20 errichten. Es handelt es sich um einen repräsentativen zweigeschossigen, neunachsigen Bau mit geschossübergreifender Pilastergliederung unter steilem Mansardenwalmdach.
1924 ließ er auch die Kornscheune und Jungviehstall mit dem Uhrturm (heute u. a. ein Restaurant) bauen, entworfen von den Kieler Architekten Ernst Prinz.

Quellen und weitere Informationen

Holtenauer Geschichte: Meierhof Stift 
Holtenauer Geschichte: Gut Stift 
→ Holtenauer Geschichte: Munitionslager Barkmissen
→ Die Plöhns: Herrenhaus Stift 
→ Bunker-Kiel: Bombenlager Barkmissen 
→ Gemeinde Altenholz: Geschichte
Heiko K. L. Schulze: „Reichseigenes Schuhwerk ist dem Verurteilten vorher auszuziehen …“ Die Schießanlage in Altenholz bei Kiel als Hinrichtungsstätte  
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Gut Stift

Gut Stift in Altenholz-Stift, Schleswig-Holstein – Fotos und Geschichte / Manor in Altenhof-Stift, Schleswig-Holstein – photos and history

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Balkeninschrift mit einem Hausspruch des im Jahr 2015 renovierten/restaurierten ehemaligen Jungviehstalles und Kornspeichers (erbaut 1924) des Guts Stift in Altenholz-Stif, Schleswig-Holstein.

Veröffentlicht von

Rüdiger Stehn

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