Gut oder nicht Gut(shof)?

Stift war anfangs eine Koppel, die Stüffkoppel. Nach dem Dreißigjährigen Krieg baute man den Meierhof des Bauerndorfes Holtenau nicht wieder auf, sondern errichtete ein Meierhof  auf die „Stüffkoppel“, d. h. in der heutigen Stifter Gegend.
Im Jahre 1685 hieß der Meierhof in den Urkunden “neuer Meierhof bei Holtenau”, der Name “Stift“ wurde urkundlich erwähnt im Jahre 1686. Der Meierhof Stift war ein Teil des Gutes Seekamp.

Nachdem 1791 das Gut Seekamp in Parzellen unterteilt und verkauft wurde, blieb der Meierhof Stift bestehen, wurde Stammhof des bisherigen Gutsbesitzers des Gutes Seekamp, Graf von Schack, und er erbaute das heute noch existierende Amts- und Wohnhaus am Ende der Stifter Allee in Altenholz-Stift.
Wohl nicht historisch richtig, aber volksmündlich wurde der Meierhof Stift zu einem Gut Stift – vielleicht auch durch das über 100 Jahre später errichtete Herrenhaus.

In den Jahren 1905/06 verkaufte Graf Otto Dietrich Schack das „Gut Stift“ an den Bauunternehmer Klaus Friedrich Fahrenkrug, der 1907 das heute noch stehende Kuhhaus (jetzt ein Alten- und Pflegeheim) erbaute.
1915 erwarb der Großschlachter und Viehhändler  Richard Georg Danielsen das „Gut Stift“ von Fahrenkrug. Er ließ das Herrenhaus Stift 1919/20 errichten. Es handelt es sich um einen repräsentativen zweigeschossigen, neunachsigen Bau mit geschossübergreifender Pilastergliederung unter steilem Mansardenwalmdach.
1924 ließ er auch die Kornscheune und Jungviehstall mit dem Uhrturm (heute u.a. ein Restaurant) bauen.

1928 wurden die aufgelösten Gutsbezirke Knoop, Projensdorf und Seekamp sowie Stift in die Gemeinde Klausdorf eingegliedert. Wegen der ständigen Verwechslungen mit der Gemeinde Klausdorf an der Schwentine (heute Schwentinental) wurde die Gemeinde 1933  in Altenholz umbenannt, eigentlich nur eine Häusergruppe des Gutes Knoop, deren Name auf ein im 18. und 19. Jh. gerodetes Waldstück „Am alten Holz“ zurückgeht.

In den 30er Jahren zog die SA-Schule Nordmark in das Herrenhaus ein, im zweiten Weltkrieg zerstörten zweimal Luftminen das Dach.
In der Umgebung gab es insgesamt 27 Bombentrichter, denn im Stifter Wald wurde im Bombenlager Barkmissen Munition für den Fliegerhorst Holtenau (Flugplatz Holtenau) eingelagert.
1958 wohnte im Herrenhaus Stift der Kommandeur des Hauptquartiers der Nato im Kiel, bis 1997 war das Land Schleswig-Holstein Eigentümerin, danach verschiedene Besitzer.
Das Gebäude, der dazugehörige Park, die Eichensolitäre und der (Dorf-)Teich stehen seit 1994 unter Denkmalschutz.

Quellen und weitere Informationen:
Holtenauer Geschichte | Meierhof Stift  → Holtenauer Geschichte | Gut Stift  → Holtenauer Geschichte | Munitionslager Barkmissen
→ Die Plöhns | Herrenhaus Stift  → Bunker-Kiel | Bombenlager Barkmissen  → Gemeinde Altenholz | GeschichteAltenholz

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Landeshaus Kiel(1950, ehemalige kaiserliche Marineschule 1888) mit dem gläsernen Plenarsaal (2003, Fördeseite) in Kiel-Düsternbrook

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