Reste der ehemaligen Synagoge in der Haßstraße, Kiel-Altstadt. Eingeweiht 1869, genutzt bis 1909 (S. Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum - Kiel (Schleswig-Holstein)
Reste der ehemaligen Synagoge Hassstraße, 2017

Ehemalige Synagoge in der Hassstraße in Kiel-Altstadt, abgerissen 2019.
Die Backsteine aus der Synagogenfassade wurden eingelagert und sollen in die Frontfassade eines neuen Mietshauses an der gleichen Stelle integriert werden.

2. Januar 1910  Einweihung der Synagoge in der Goethestraße
Kiel 1932 – Menorah leuchtet weiter
Der Novemberpogrom in Schleswig-Holstein
Meyer Isaac Schiff, ein Advokat in Kiel (* 1. August 1783 oder 1784 in Altona (Holstein); † 9. Juli 1847 in Kiel), dem ersten jüdischen Juristen, der 1802 eine Zulassung in Holstein erhielt.

Synagogen in der Kieler Altstadt

Zeichnungen der Synagoge Kehdenstraße 12
Kehdenstraße Nr. 12 , abgebrochen 1890 (Zeichnung von Carl Rahn)
DDB CC BY-SA 4.0 Rahn, Carl
© Landesbibliothek S.-H.

Anfang der 1780er Jahre wurde in der Kehdenstraße im ehemaligen Kaffeehaus der Universität das erste jüdische Bethaus in Kiel eingerichtet; knapp 100 Jahre später bezog die Gemeinde einen dreistöckigen Synagogenbau in der Haßstraße, nachdem in den Jahren unmittelbar zuvor ein Betraum in der Schumacherstraße genutzt worden war. Die Synagoge in der Haßstraße – eingeweiht Ende Dez. 1869 – war ein Backsteingebäude mit einem Betsaal für 85 Männer und einer Frauenempore. „Sie ist in einfacher, schmuckloser, aber würdiger Weise eingerichtet, dem Eingange gegenüber findet sich die heilige Lade, in welcher die Gesetzbücher aufbewahrt werden, in der Mitte ein Gang, zu beiden Seiten die Plätze für die Mitglieder der Gemeinde.“ („Kieler Zeitung“ vom 29.12.1869)

Quelle: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde im deutschen Sprachraum – Kiel (Schleswig-Holstein (Archivierte Seite via Wayback)
S. a. Georg Pauly, Das Altkieler Bürger- und Adelshaus. Eine Sammlung und Entwicklungsgeschichte seiner Nutz– und Kunstformen. Kiel 1924, S. 54

Ehemalige Synagoge
Diese Mauerreste sind Teil des Sockelgeschosses der Kieler Synagoge, die 1869 von der jüdische Gemeinde durch den Hamburger Architekt Sigmund Selig errichtet wurde. Es entstand ein dreigeschossiges Backsteingebäude mit einem Betsaal mit 86 Männer und einer Frauenempore.

Die Synagoge erwies sich bereits um die Jahrhundertwende als zu klein und befand sich außerdem in schlechtem Zustand.
So entschloss sich die Gemeinde 1909, eine größere und repräsentive Synagoge in der Goethestraße am Schrevenpark zu bauen. Sie wurde 1910 eingeweiht.
Das alte Gebäude wurde veräußert und danach gewerblich genutzt. Im Zweiten Weltkrieg wurde es bis auf die vorhandenen Fassadenreste zerstört. Sie sind die einzigen baulichen Zeugnisse der jüdischen Gemeinde in Kiel neben dem noch erhaltenen jüdischen Friedhof in der Michelsenstraße.

Quelle: Informationstafel an der ehemaligen Synagoge: 
Ehem. Synagoge in der Hassstrasse (Rekonstruktion Chr. Jürgensen)
Rekonstruktion von Chr. Jürgensen (Fotoquelle und Copyright Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde im deutschen Sprachraum – Kiel (Schleswig-Holstein
(Archivierte Seite via Wayback)

Die Überreste des dreigeschossigen Backsteinhauses in der Kieler Haßstraße: Die zweite Synagoge Kiels wurde vom Hamburger Baumeister Sigmund Selig entworfen und 1869 eingeweiht. Der erste eigenständige Neubau der Jüdischen Gemeinde Kiels enthielt neben einer Mikwe auch einen Thoraschrein und eine Frauenempore. 1908 wurde das Gebäude aufgrund der stark wachsenden Gemeinde zu klein, die in die große Synagoge Goethestraße zog. Ein Schlachtermeister erwarb das Gebäude 1910 zur gewerblichen Nutzung, vermietete es u.a. an eine Gravierwerkstatt. Durch einen Luftangriff bis auf die Fassade zerstört, stehen Reste des Erdgeschosses bis heute verwiesen. Die Ruine ist bauphysisch das einzige erhaltene Zeugnis jüdischer Identität Kiels vor der NS-Zeit. Der Türbogen allein kann in der Archivaufnahme entdeckt werden.

Quelle: Alte Synagoge Kiel | Kurze Schatten

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Synagoge in der Humboldtstraße, Ecke Goethestraße
Abbrucharbeiten an der Synagoge im Jahr 1939 Stadtarchiv Kiel, CC BY-SA 3.0 DE, Friedrich Magnussen (1914-1987)

Synagoge Goethestraße

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Synagoge Waitzstraße

Die Synagoge Waitzstraße in Kiel-Brunswik besteht seit 2019.
1891 wurde das Gebäude von der Burschenschaft Teutonia errichtet und bis 1919 als Verbindungshaus genutzt.
Bis ca. 2018 nutzte es die Freikirche Christliche Versammlung Kiel.

Auf der Website des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein:
Eine Synagoge für Kiel   → Jüdische Gemeinde Kiel e. V. 

Fotos aufgenommen im Jahr 2015 und 2016 vor dem Kauf:

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Zum Beitrag

Ehemalige Synagoge, Haßstraße Kiel

Synagogen in Kiel / Synagogues in Kiel

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